Golf Senioren Gesellschaft Deutschland e.V.

Sonntag, 05.02.2012 - 15:08 Uhr
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Die GSG ist mehr als nur ein Verein

"Wer sind diese Grünjacken?" fragen manchmal die Mitglieder der Golfclubs, auf deren Anlage ein Regional-Event stattfindet. Prosaisch ausgedrückt ist die "Golf Senioren Gesellschaft von Deutschland e.V.", wie die GSG offiziell heißt, ein Club von ambitionierten Golfern, die so alt sind, dass sie die natürlichen Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit nüchtern einschätzen können, aber noch zu jung und leistungsstark, als dass sie auf Golfplätzen des In- und Auslands ohne Ehrgeiz und ohne Erfolgsanspruch ihre Bälle die Fairways entlang treiben würden.

Die GSG wurde am 27. Juni 1956 in Krefeld gegründet und 1964 in einen eingetragenen Verein umgewandelt. Die Mitglieder müssen damals wie heute einem dem DGV angeschlossenen Golfclub angehören, mindestens 55 Jahre (in den ersten Jahren war 50 das Limit) alt sein und eine Stammvorgabe haben, die sie als ordentliche und turniererprobte Golfer ausweist. Zurzeit liegt das Aufnahmelimit bei Handicap -20.4.

So weit die formalen Aufnahmebedingungen. Wichtiger ist jedoch die Maxime, dass nur solchen Senioren die Mitgliedschaft angeboten wird, die in ihrem Heimatclub die menschlich-gesellschaftlichen Qualitäten, die die GSG von ihren Mitgliedern erwartet, bewiesen haben und zur Aktivität in der Vereinigung bereit sind. Drei Paten, möglichst aus dem eigenen Club, müssen dieses auf dem Anmeldeformular bestätigen. Das sieht ein bisschen nach Formalismus aus, ebenso wie die Auflage, dass bei allen Wettspielen und offiziellen Anlässen die vorgesehene GSG-Kleidung (eben die grünen Jacketts) getragen werden muss. In der Satzung (§2) sind die Ziele so akzentuiert: "Die Gesellschaft will die sportlichen und freundschaftlichen Verbindungen innerhalb der deutschen Golfsenioren fördern und pflegen. Sie veranstaltet innerdeutsche Wettspiele zwischen deutschen Senioren-Teams und ausländischen Mannschaften".

Der Höhepunkt im Wettspielkalender stellt alljährlich der "Kurt-Engländer-Preis" dar, der Anfang August in Westdeutschland ausgetragen wird. Nicht weniger als 500 Teilnehmer kommen zu diesem Treffen, das auch mit der Jahreshauptversammlung der GSG verbunden ist. Aus vier Spielern bestehende Clubteams spielen in einer Bruttowertung und mehreren Nettoklassen um Wander- und Erinnerungspreise. Die Namen, die in der 40-jährigen Geschichte des Turniers auf den Pokalen graviert sind, repräsentieren ein bisschen auch den Werdegang der GSG. Stifter und Namensgeber des Preises war der langjährige Präsident des Golfclubs Krefeld, von 1956 bis 1966 auch Präsident der von ihm selbst und seinen Freunden gegründeten Golf Senioren Gesellschaft.

Der Preis wurde 1966 zum ersten Mal in Krefeld ausgespielt, aber Kurt Engländer - Ironie des Schicksals - konnte ihn nicht überreichen. Er war sechs Wochen vorher während eines Seniorenwettspiels in Belgien verstorben. Seine Nachfolger an der Spitze der GSG waren Prof. Dr. Heinrich Nipper (1966-1968), Rolf Frowein (1968-1983), Dr. Hans E. Landwers (1983-2000) und Jürgen M. Vogel (2000-2010) . Jetzt führt Manfred Reindl die Gesellschaft. Er sieht sich als Team-Player und schätzt die persönliche Ansprache wie auch die offene Aussprache. Wenn er nicht gerade an einem der vielen GSG-Turniere teilnimmt, versucht er, in seinem Heimatclub Essen-Heidhausen seinem guten Handicap gerecht zu werden.

Wer an den zweitätigen Wettspielen der GSG, den so genannten Regionalturnieren teilnimmt, wird sehr bald spüren, dass hier ein anderer Geist herrscht als bei Clubturnieren. Die Golfsenioren können während der Saison praktisch jede Woche an ein oder zwei Meetings teilnehmen. Für Statistikliebhaber: Durchschnittlich nehmen 66 Senioren an jedem Regionalturnier teil, und 16 der traditionellen Silberbecher können dabei gewonnen werden. Außerdem findet alljährlich das Kaderspiel (Deutsche GSG-Meisterschaft) statt, bei dem die niedrigen Handicaper im Brutto den GSG-Meister ermitteln. Auch finden jedes Jahr  Länderspiele zwischen den europäischen Seniorengesellschaften statt und jedes GSG-Mitglied ist stolz, wenn es einmal die deutschen Farben vertreten durfte.

Die Teilnehmer an den Treffen zwischen Nordsee und Alpen stellen eine Mixtur aus der "Higher class" unserer Gesellschaft dar. Das klingt vielleicht ein bisschen arrogant und riecht nach dem landläufigen Vorurteil, Golfer seien reiche Nichtstuer, verfehlt aber weit den Kern. Das Fluidum bei einem Treffen von GSG-Golfern ist schwer zu beschreiben. Man trifft auf Freunde und Gleichgesinnte. Vielleicht ist es genau das. Golfen in angenehmer Umgebung bzw. Atmosphäre, ohne die Leistung aus den Augen zu verlieren. Und obendrein der -zugegeben- etwas elitäre Kommerz nach dem Turnier. Man hat sich etwas zu sagen. Nein, nicht nur über das Golfspiel. Das wäre zu profan, nicht anspruchsvoll genug. Man schätzt sich und geht aufeinander zu.

 

Dieses Wohlempfinden scheint uns weit wichtiger als der Gewinn von schönen silbernen Bechern, die natürlich bei keinem Turnier fehlen dürfen.

Sie haben verstanden?